TOP Ö 4.2.3: Antrag der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge auf Gewährung eines Kreiszuschusses für die Erweiterung des Nationalparkhauses "Rosenhaus" einschließlich der Ausstellungserweiterung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Abstimmung: Ja: 11

Beschluss:

Die Erweiterung und Attraktivitätssteigerung des Nationalparkhauses „Rosenhaus“ auf der Insel Wangerooge wird als grundsätzlich förderfähig anerkannt. Der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge wird zur Teilfinanzierung der Maßnahme ein Kreiszuschuss in Höhe von 30 % der nicht durch Zuschüsse Dritter gedeckten Kosten, maximal jedoch 64.500 Euro, bewilligt. Die Auszahlung der Mittel erfolgt nach Baufortschritt unter Berücksichtigung der Haushaltslage des Landkreises Friesland.


Begründung:

Die Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge hat mit Schreiben vom 02.10.2013, ergänzt und aktualisiert durch das Schreiben vom 30.01.2014, einen Antrag auf Gewährung eines Kreiszuschusses für die Erweiterung des Nationalparkhauses „Rosenhaus“ einschließlich der Ausstellungserneuerung gestellt. Die Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge ist seit dem Jahr 1989 Träger des Nationalparkhauses auf Wangerooge und hat mit dem Nds. Umweltministerium eine Trägervereinbarung getroffen. Das Nationalparkhaus wird in Gemeinschaft mit dem Naturschutzbund – Landesverband Niedersachsen und dem Mellumrat e.V. betrieben.


Das Nationalparkhaus wird ganzjährig betrieben und verzeichnet jährlich rund 38.000 Besucher, davon ca. 20.000 Kinder und Jugendliche. Neben den Hausführungen, der Betreuung der Ausstellung und Vorträgen werden vom Nationalparkhaus auch viele Veranstaltungen wie Wanderungen in den Nationalparkflächen und ähnliches angeboten. Das Nationalparkhaus beschäftigt zwei hauptamtliche MitarbeiterInnen, Praktikanten und Praktikantinnen, die vom NABU angestellt und finanziert werden, sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Freiwilligen Ökologischen Jahr, die über die Wattenmeerstiftung finanziert werden.


Seit der Errichtung des Nationalparkhauses im Jahr 1989 und einer zwischenzeitlich teilweise erfolgten Ausstellungserneuerung im Jahr 2000 wurden mit Anerkennung des Nationalparks Wattenmeer als UNESCO-Weltnaturerbe im Jahr 2009 erste Gespräche über einen Umbau des Nationalparkhauses und die Ausstellungserneuerung geführt. Im Jahr 2012 wurden eine konkrete Vorplanung erarbeitet und Zuwendungen für die Realisierung des Vorhabens eingeworben. Zwischenzeitlich ist die Planung zur Sanierung und Erweiterung konkretisiert und die Genehmigungsplanung eingeleitet worden. Das Nationalparkhaus ist mit der bestehenden Ausstellung bereits im November 2013 vorübergehend in die alte Schulanlage der Grundschule Wangerooge umgezogen. Bis zur Fertigstellung des Umbau- und Sanierungsvorhabens mit der Ausstellungserneuerung wird die Nationalparkeinrichtung in dem alten Schulgebäude verbleiben.


Auf Grund der starken Bedeutung des Tourismus an der niedersächsischen Nordseeküste war der Tourismusverband Nordsee e.V. im Frühjahr 2007 in enger Abstimmung mit seinen Mitgliedern und allen örtlichen Tourismusorganisationen auch Initiator und Auftraggeber für die Erstellung des „Touristischen Zukunftskonzeptes Nordsee 2015“, welches vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium begleitet und im März 2008 öffentlich vorgestellt wurde. Ein besonderer Schwerpunkt im Rahmen der Umsetzung des Masterplans stellt das Projekt „Tourismus für Alle“ dar, mit dem den Gästen und Besuchern der touristischen Einrichtungen ein barrierefreier Zugang ermöglicht werden soll. Insofern stimmen die Planungen der Gemeinde Wangerooge mit den im „Masterplan Nordsee 2015“ genannten Leitlinien, Handlungsempfehlungen und Zielen zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Region niedersächsische Nordsee überein und werden daher vom Tourismusverband Nordsee e.V. ausdrücklich begrüßt.


Das Gesamtvorhaben umfasst die Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung, den Umbau und die Erweiterung des Gebäudes sowie die Ausstellungserneuerung mit den Schwerpunkten „Weltnaturerbe Wattenmeer“ und „Vogelzug“. Mit dem Umbau und der Erweiterung werden auch notwendige Auflagen der Bauaufsicht des Landkreises Friesland im Bereich des Brandschutzes erfüllt. Mit dem Einbau eines Fahrstuhles wird zukünftig auch der im Masterplan Nordsee geforderte barrierefreie Zugang ermöglicht. Durch alle vorgenannten Maßnahmen ergibt sich eine erhebliche qualitative Steigerung dieser für die Insel Wangerooge bedeutsamen touristischen Einrichtung.


Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 937.000 Euro. Die Maßnahme ist mit den Planungen im Februar 2013 begonnen worden und wird voraussichtlich bis Ende Oktober 2014 abgeschlossen sein.


Die Finanzierung ist wie folgt vorgesehen:

Förderung aus Mitteln der NBank (EU-Mittel/GRW-Mittel) 400.000,00 Euro

Förderung der Wattenmeerstiftung 100.000,00 Euro

Förderung der Bingo-Stiftung 100.000,00 Euro

Förderung Deutsche Bundesstiftung Umwelt 120.000,00 Euro

Förderung Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven 2.400,00 Euro

Kreiszuschuss des Landkreises Friesland 64.500,00 Euro

Eigenmittel der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge 150.100,00 Euro

Gesamtsumme: 937.000,00 Euro



Die Verwaltung schlägt vor, der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge für die Erweiterung und Attraktivitätssteigerung des Nationalparkhauses „Rosenhaus“ auf der Insel Wangerooge auf der Grundlage der Leitlinien des Kreistages des Landkreises Friesland in der Fassung vom 25.06.2001 für die Gewährung von Zuschüssen für die Errichtung und Erweiterung von Fremdenverkehrseinrichtungen, zur Teilfinanzierung der Maßnahme einen Kreiszuschuss in Höhe von 30 % der nicht durch Zuschüsse Dritter gedeckten Kosten, maximal jedoch 64.500 €, zu bewilligen. Die Auszahlung der Mittel erfolgt nach Baufortschritt unter Berücksichtigung der Haushaltslage des Landkreises Friesland.


Herr Landrat Ambrosy erklärte, dass die Ausschreibungen bereits laufen und deshalb der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 12.03.2014 die Letztentscheidung auf den Landrat übertragen hat, unter dem Vorbehalt, den Beschluss wie vom Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen heute beschlossen, zu fassen.


Abstimmungsergebnis:

einstimmig