Beschluss: vorberatend zur Kenntnis/weiter an KA

Beschluss:

Dem Konzeptentwurf „Bildungslandschaft Friesland“ wird zugestimmt.


Begründung:

Unter TOP 4.2 (Aufbau einer kommunalen Bildungslandschaft) wurde in der letzten Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur am 26.08.2010 u. a. darüber berichtet, dass in nächster Zeit ein Konzept bezüglich der Aufgaben, der Struktur und der Organisation des Bildungsbüros erstellt werden soll.


Wie ausgeführt, hat Herr Beier, Regierungsschuldirektor a. D. bei der Landesschulbehörde, Außenstelle Wilhelmshaven, sich bereit erklärt, im Bildungsbüro mitzuarbeiten. Auch Frau Poerschke, Schulleiterin der Grundschule am Schlossplatz in Varel, steht für eine beratende Funktion zur Verfügung.


Gemeinsam wurde zwischen Herrn Beier, Frau Poerschke und dem Landkreis Friesland ein Konzept bezüglich der Aufgaben, der Struktur und der Organisation des Bildungsbüros erstellt. Konzeptentwurf lag dieser Vorlage an. Wegen des Umfanges wird der Entwurf nicht nochmal beigefügt.


Dieses Konzept wurde in der Schulleiterbesprechung der kreiseigenen Schulen am 07.10.2010 vorgestellt. Ebenso in der Sitzung des Kreiselternrates. Es fand grundsätzliche Zustimmung.


Herr Beier und Frau Poerschke haben im November 2010 den Konzeptentwurf den SchulleiterInnen der Grundschulen und LeiterInnen der KiTas in den einzelnen Städten und Gemeinden im Landkreis Friesland präsentiert.


Den Hauptverwaltungsbeamten der Städte und Gemeinden soll der Konzeptentwurf

in nächster Zeit vorgestellt werden; ebenso dem Niedersächsischen Kultusministerium und der Landesschulbehörde. Etwaige Modifizierungen werden berücksichtigt.


Herr Beier und Frau Poerschke werden in der obigen Sitzung den anliegenden Konzeptentwurf vorstellen.


Darüber hinaus liegt als Anlage der 1. Entwurf der Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung eines Bildungsnetzwerkes in der „Bildungsregion Friesland“ zwischen der Bildungsregion Friesland und der jeweiligen Bildungseinrichtung/Kommune zur Kenntnisnahme bei, sh. Anlage.


Die Kooperationsvereinbarung stellt eine wesentliche Grundlage für die notwendige Zusammenarbeit zwischen dem Bildungsnetzwerk „Bildungsbüro Friesland“ und den jeweiligen Bildungseinrichtungen/den Kommunen dar.


Ergänzend ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass das Land Niedersachsen im Schulverwaltungsblatt 12/2010 die Leitung des Bildungsbüros landesweit ausgeschrieben hat. Die Stellenbesetzung soll dementsprechend zum 01.02.2010 erfolgen.


Frau Poerschke, Leiterin GS Am Schlossplatz in Varel, und Herr Beier gehen kurz darauf ein, aus welchem Grund sie in der Bildungsregion mitarbeiten. Danach führen Sie anhand der Präsentation umfassend ins Thema Bildungsregion ein.


Die Bildungsregion ist kein neues Projekt, sondern schon in vielen Bundesländern und auch Regionen in Niedersachsen (bspw. Emsland) etabliert. Das Land Niedersachsen fördert das Bildungsbüro des Landkreises Friesland mit der Finanzierung der hälftigen Stelle des Leiters/der Leiterin. Weitere Unterstützung ist zur Zeit noch nicht möglich. Allerdings wird das Land Niedersachsen wie bislang auch, förderfähige Projekte, die im Bildungsbüro entwickelt werden, unterstützen. Bereits in diesem Jahr wurde neben dem Bildungsbüro auch ein weiteres Projekt in Friesland unterstützt (S.u.P.e.R.-Klasse in Schule am Falkenweg - ehem. AQB). Dieses kann sich die Landesschulbehörde auch für die Zukunft vorstellen.


Das Projekt Bildungsregion Friesland ist in den Schulen, Kindertagesstätten und dem Kreiselternrat vorgestellt worden. Am 06.12.2010 werden auch die Bürgermeister der Kommunen im Landkreis Friesland bei der HVB-Besprechung unterrichtet.


Der Landkreis Friesland stellt für das kommende Jahr ein Innovationsfond von 50.000 € zur Verfügung, damit das Bildungsbüro einen guten Start haben wird.


Hier sollen unter anderem auch die Übergänge, Brückenjahre und Umgang mit auffälligen Kindern/Jugendlichen besonders betrachtet werden. Durch vermehrte Frühförderung erhofft sich der Landkreis Friesland positive Auswirkungen für die Kinder und Jugendlichen. Zur Zeit werden für die Jugendhilfe ca. 10 Mio. € aufgewendet, die zum großen Teil für auffällige Kinder/Jugendliche verwendet werden müssen, um sie in Heimen oder Pflegefamilien unterzubringen.


Hinsichtlich des eintretenden Paradigmenwechsels vom Land zum Schulträger vor Ort, übernehmen die Schulträger mehr Verantwortung für die Schulen auch finanzieller Art, für die sie originär keine Zuständigkeit innehaben. Der Landkreis Friesland ist im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten gerne bereit, zum Wohle der hiesigen Kinder optimale Bedingungen für Schule, Berufswahl und auch Freizeit zu generieren. Darüber hinaus besteht hier Hoffnung, dass sich auch Andere, bspw. aus der Wirtschaft oder Stiftungen, an diesem Bildungsgedanken beteiligen.


Projekte des Bildungsbüros sollten Probleme, Fragenstellungen etc. sein, die den ganzen Landkreis betreffen. Hier kommen Unterstützung im Bereich ES, Inklusion aber auch Umsetzung der Ganztagsschulen in Betracht.


Zum Thema Inklusion berichtet Herr Wehnemann über die Einsetzung einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe, welche mit Vertretern aus den Sachgebieten Bildung (11), Jugend (22) und Eingliederungshilfe (21) gebildet wurde.


In einem kurzem Statement wird über das Bildungspaket des Bundes berichtet, welches Lernförderung, das sog. Schulbasispaket, Zuschuss zum Mittagessen und Förderung der Teilnahme an Vereins-, Kultur- und Ferienangeboten enthält. ändig sei grundsätzlich das Jobcenter. Der Landkreis könne die Aufgabenwahrnehmung beantragen. Voraussetzung für den Landkreis sei aber eine auskömmliche Finanzierung und ein einfaches Verwaltungsverfahren. Beides sehe man zurzeit als noch nicht gegeben an. Die Verwaltung arbeitet zusammen mit dem Jobcenter an einer Lösung, die es ermöglicht mittels eines Pauschalvertrages mit dem Job-Center die Bereiche 3 (Mittagszuschuss) und 4 (Kultur, Sport) durch den Landkreis Friesland ohne großen Verwaltungsaufwand zum Wohle der betreffenden Kinder umzusetzen. Der Zuschuss zum Mittagessen soll die Differenz zwischen ALG-II-Satz, welcher bereits eine Grundversorgung des Kindes in Höhe von 1,00 € täglich enthält, zum Preis des Essens betragen. Damit sind die Zuschüsse, die der Landkreis Friesland im Rahmen seines Pakets zur Förderung bedürftiger Kinder gewährt hat, grundsätzlich nicht mehr zu zahlen.


Zu den o.a. Bereichen wird zur Zeit im Bund die zusätzliche Diskussion über die Übernahme der Schülerbeförderungskosten für SchülerInnen der SEK II-Stufe geführt.




Abstimmungsergebnis:


einstimmig, eine Enthaltung