TOP Ö 3.3: Geplanter Umzug der Ditzumer und Greetsieler Fischer nach Hooksiel

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Begründung:

Die Fischgründe in der Ems und in der Außen-Ems sind in den letzten Jahrzehnten auf etwa 30 % zurückgegangen. Mit der jin den nächsten Jahren vorgesehenen weiteren Emsvertiefung werden die Fanggründe sich in diesem Bereich weiter verringern, so dass die Emsfischer dort keine Existenzgrundlage mehr haben. Ihnen bleibt nur, ganz aufzugeben oder sich anderswo niederzulassen.


Vertreter der Mitglieder der Erzeugergemeinschaft Emsmündung Ditzum-Greetsiel haben am 13.07.2007 bei der Gemeinde Wangerland deutlich gemacht, dass es ihnen mit den Umzugsplänen ernst ist; gleichwohl fällt es ihnen sehr schwer, sich damit bfinden zu müssen, dass es für sie in Greetsiel und Ditzum keine Zukunft mehr geben wird.


Vorausssichtlich handelt es sich um 30 Fischereibetriebe, die in den nächsten Jahren nach Hooksiel umsiedeln möchten. Die Fanggebiete der größeren Kutter liegen im Bereich der Weser- und Elbemündung und vor der Schleswig-Holsteinischen Küste. Hooksiel würde sich für sie als Heimathafen besonders anbieten, weil der Außenhafen tideunabhängig ist und die Wege zu den Fischgründen erheblich kürzer wären als bisher. Schon jetzt liegen während der Woche kaum noch Fischkutter in den Häfen an der Ems, weil diese zumeist die ganze Woche auf See sind.


Der an der Unterredung teilnehmende Sprecher der friesländischen Fischereibetriebe wies deutlich darauf hin, dass der Fischbestand im Jaderevier einer so großen Fischereiflotte nicht ihr Auskommen sichert. Die Fischer im Jaderevier haben z.T. schon jetzt existenzielle Probleme.


Die Emsfischer legten dar, dass sie nicht die Absicht haben, mit ihren über 30 BRZ großen Fischkuttern im Jaderevier zu fischen. Sie werden auch von Hooksiel aus weiterhin die Fanggebiete in der Weser- und Elbmündung sowie vor der Schleswig-Holsteinischen Küste aufsuchen. Unter diesen Voraussetzungen bestünden auch von Seiten der friesländischen Fischer gegen eine Ansiedlung der Emfischer in Hooksiel keine Bedenken mehr.


Voraussetzung für eine solche Umsiedlung wäre jedoch, dass der Hooksieler Außenhafen in erheblichem Maße ausgebaut wird. Derzeit könnten maximal drei bis fünf zusätzliche Fischkutter im Hafen einen Liegeplatz erhalten.


Die Gemeinde Wangerland wird zunächst die Kosten für den Ausbau des Hafens ermitteln und versuchen, mit den zuständigen Behörden die Finanzierung des Hafenausbaus zu regeln. Erst danach können gemeinsam mit der Erzeugergemeinschaft entsprechende Ausbauplanungen auf den Weg gebracht werden.




Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Umwelt, Abfall und Landwirtschaft nimmt den Sachstand zur Kenntnis.