TOP Ö 12.1: Oberschule Obenstrohe

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Erste Kreisrätin Vogelbusch teilte mit, der Presse sei zu entnehmen, dass es offenbar Irritationen hinsichtlich der Oberschule Obenstrohe gebe. Eine Vareler Stadtratsfraktion habe einen Antrag zur Schulausschuss-Sitzung der Stadt gestellt, in dem auf einen Pressebericht Bezug genommen worden; der Inhalt dieser Pressemeldung sei aus Sicht der Kreisverwaltung aber nicht nachvollziehbar.. Sie rege daher an, in die künftigen Überlegungen zur Oberschule Obenstrohe folgende klärenden Ausführungen einzubeziehen:


Der Kreistag habe in seiner Sitzung am 6. November 2013 im Zusammenhang mit der Gründung der IGS Süd beschlossen, dass alle Oberschulen wegen der notwendigen Schwerpunktbildungen verstärkt mit einander kooperieren sollten. Über diesen Punkt habe man intensiv diskutiert und im Ergebnis einen mehrheitlichen Beschluss gefasst. Zwischen den Oberschulen Bockhorn und Obenstrohe habe zu diesem Zeitpunkt bereits ein Austausch begonnen; der Landrat hatte darüber seinerzeit informiert. Beide Schulen hätten sich erneut getroffen; am 20. Februar sei sie, so Frau Vogelbusch, nochmals vor Ort gewesen, um an die Vertiefung der Kooperationsverhandlungen zu erinnern. Alle Oberschulen im Landkreis seien daran erinnert worden, dass sie zum Thema „Kooperation“ nunmehr in der Pflicht seien.


Am 20.02.2014 habe die Kreisverwaltung mit der kommissarischen Schulleitung in Obenstrohe darüber gesprochen, es sei nicht ratsam, die Nachfolge der Schulleitung sofort zu beordnen. Vielmehr wolle man der Schule die Gelegenheit geben, sich ein Konzept zur Kooperation zu erarbeiten – mit welcher Schule auch immer. Danach sollte mit der Landesschulbehörde vereinbart werden, zum neuen Schuljahr 2014 eine Neubesetzung der Schulleitung vorzunehmen. Diese Details seien einvernehmlich besprochen worden. Die Entscheidung liege aber letztendlich bei der Landesschulbehörde.


Sie habe, so Frau Vogelbusch, das Land per Mail darum gebeten, die Stellenbesetzung in Obenstrohe bis zum Sommer auszusetzen, da die Schule an einem Konzept arbeite und nicht schon im Vorfeld Fakten geschaffen werden sollten. Da die kommissarische Schulleiterin sich derzeit in Mutterschutz befinde und nach den Weihnachtsferien aus der Elternzeit zurückkehre, habe sie, Frau Vogelbusch, gleichzeitig darum gebeten, für die Übergangszeit jemanden vor Ort als kommissarische Schulleitung zu benennen. Die Landesschulbehörde habe darüber entsprechend entschieden.


Noch vor den Osterferien werde die Planungsgruppe OS Obenstrohe auf ausdrücklichen Wunsch der Kreisverwaltung tagen, damit zeitnah gemeinsam das weitere Vorgehen abgestimmt werde. Die Verwaltung habe ausdrücklich ihre Unterstützung und Beratung angeboten, sofern dies gewünscht werde. Das Ergebnis werde die Planungsgruppe dem Landkreis bzw. dem Kreis-Schulausschuss vorstellen. Ihre Anregung, so Frau Vogelbusch, laute daher, diese Ausführungen in die weiteren Überlegungen in dieser Angelegenheit einzubeziehen.


KTA Ratzel äußerte Bedenken hinsichtlich einer Leitung der Oberschule Obenstrohe von der Oberschule Bockhorn aus. - Als seinerzeit Haupt- und Realschulen zusammengeführt worden seien, sei zunächst ein Rektor für beide Schularten zuständig gewesen, bevor alles zu einer Schule vereint worden sei. - Angesichts dieses in etwa vergleichbaren Falles gelte es acht zu geben, dass sich diese Entwicklung nicht in ähnlicher Form zwischen den Oberschulen Bockhorn und Obenstrohe abspiele. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Schule in Obenstrohe wieder eine eigene Leitung erhalte.


Zwischen der Erörterung im Kreisausschuss am 19. Februar 2014 und dem in der Pressemitteilung Gesagten gebe es, so KTA Funke, doch einige Unterschiede. In der Presse sei davon die Rede, dass hinsichtlich zukünftiger Kooperationen die Jahrgänge 5 – 7 in Obenstrohe und die Jahrgänge 8 – 10 in Bockhorn unterrichtet werden sollten. Von solchen Detailregelungen sei in der Kreisausschuss-Sitzung vom 19. Februar 2014 überhaupt nicht die Rede gewesen.


Landrat Ambrosy und Erste Kreisrätin Vogelbusch hielten dem entgegen, eben diesen von Herrn Funke zitierten Details habe die Kreisverwaltung in der Presse widersprochen. Bei den getroffenen Aussagen handele es sich schlicht um ein Gerücht, das eine einzelne Person in Umlauf gebracht habe. - Herr Funke kritisierte, den durch die Pressemitteilung entstandenen falschen Eindruck hätte die Kreisverwaltung korrigieren müssen. Denn sofort setze sich naturgemäß eine Diskussion in Gang, dass die Kooperation offenbar schon sehr weitgehend besprochen worden sei. In Varel sei man hinsichtlich der Schulstrukturpolitik sehr hellhörig. Alles, was bisher besprochen und geplant sei, müsse zwingend auch in den städtischen Gremien Varels erörtert werden. Die Befürchtung, dass ohne frühzeitige Diskussion in den Gremien bereits Fakten geschaffen würden, komme nicht von ungefähr. - Landrat Ambrosy entgegnete, dass die Kreisverwaltung sofort mit Pressemitteilung vom 11. März 2014 dem Gerücht entgegen getreten sei.


In der am 12. März stattgefundenen Schulvorstandssitzung habe die Kreisverwaltung erst erfahren, dass die Landesschulbehörde einen kommissarischen Schulleiter eingesetzt habe. In dieser Sitzung habe man zum Ausdruck gebracht, dass allein den Schulen die Erarbeitung eines Konzeptes übertragen worden sei.


Am Tag darauf habe sich eine der teilnehmenden Personen an die Presse gewandt und dort über eine angeblich geplante „vertikale Teilung“ berichtet. Daraufhin sei der von Herrn Funke angesprochene Artikel in der Nordwest-Zeitung erschienen. Pressesprecher Klug habe zur Klarstellung ein eindeutiges Dementi der Kreisverwaltung verfasst und darin das aufgebrachte Gerücht über eine Teilung auch als solches bezeichnet. - Er warne, so der Landrat, vor einer sich selbst beweisenden Prophezeiung: Denn derzeit befinde man sich in der Phase, in der Eltern sich hinsichtlich der Schulanmeldung ihrer Kinder orientierten. Die Oberschule Obenstrohe werde vom Landkreis Friesland maßgeblich mit Investitionen gestützt, da man von der sehr guten Qualität der Schule überzeugt sei. Diese Überzeugung gelte es nach außen zu verdeutlichen.


Fakt sei, dass die Oberschulen Obenstrohe und Bockhorn nun eine Konzeption erarbeiteten und diese anschließend im Schulausschuss vorgestellt werde. Die Mitarbeit der Kreisverwaltung erfolge nur, wenn sie von den Schulen ausdrücklich gewünscht werde. Seine herzliche Bitte laute, so der Landrat, Gerüchten keinen Glauben zu schenken.


Der Kreistag nahm Kenntnis.


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Da weitere Wortmeldungen nicht vorlagen, schloss Kreistagsvorsitzender Pauluschke die öffentliche Sitzung um 16.35 Uhr. Ab 16.40 Uhr setzte der Kreistag seine Beratungen in nichtöffentlicher Sitzung fort.