TOP Ö 4.2.2: Antrag der Kurverwaltung Nordseebad Dangast – Eigenbetrieb der Stadt Varel – auf Gewährung eines Kreiszuschusses für die Errichtung eines Seekurparks in Dangast

Beschluss: einstimmig beschlossen

Beschluss:

Die Errichtung des Seekurparks im Nordseebad Dangast wird als grundsätzlich förderfähig anerkannt. Dem Eigenbetrieb Kurverwaltung Nordseebad Dangast wird zur Teilfinanzierung der Maßnahme ein Kreiszuschuss in Höhe von 30 % der nicht durch Zuschüsse Dritter gedeckten Kosten = 82.500 Euro, maximal jedoch 20 % der Gesamtkosten = 110.000 Euro bewilligt. Die Auszahlung der Mittel erfolgt nach Baufortschritt unter Berücksichtigung der Haushaltslage des Landkreises Friesland.

 


Der Eigenbetrieb „Kurverwaltung Nordseebad Dangast“ der Stadt Varel hat mit Schreiben vom 12.01.2017 einen Antrag auf Gewährung eines Kreiszuschusses für die Errichtung eines Seekurparks in Dangast gestellt.

 

Das Nordseebad Dangast als Ort für Kunst, Kultur und Natur hat aufgrund seiner besonderen geografischen Lage mit dem einmaligen Übergang vom Geestrücken direkt ins Wattenmeer einen besonderen Status als Tor zum Weltnaturerbe Wattenmeer. Dieser Status wird durch das Nationalparkhaus Dangast bereits intensiv gelebt und mit speziellen Angeboten dem Gästepublikum (ca. 82.000 touristische Übernachtungsgäste mit 600.000 Übernachtungen) wie auch einheimischen und regionalen Besuchern (ca. 250.000 Tagesgäste) bekannt gemacht. Durch die günstige Lage mit einem Autobahnanschluss in 7 Kilometer Entfernung und einem Bahnanschluss in der Stadt Varel (6 Kilometer) ist Dangast zugleich das „erste Tor zum Weltnaturerbe“ für alle aus dem Süden anreisenden Besucher. Mit der Schaffung der Weltnaturerbepromenade, der Öffnung der Strandzäune und der Installation des Weltnaturerbeportals direkt am Wattenmeer sind für die Gäste des Nordseebades Dangast auf bestehenden Flächen und Schwerpunkten völlig neue Erlebnisräume und Freiräume geschaffen worden. Dies hat zu einer außerordentlich positiven Resonanz der Besucher geführt. Neben dem bundesweit bekannten traditionellen Angeboten wie dem alten Kurhaus mit dem Rhabarberkuchen und dem Radziwillhaus hat sich ein neues Zentrum gebildet, das Publikum aus dem direkten Umfeld ebenso anzieht, wie Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet.

 

Der vorhandene Kurpark wurde bisher nur von wenigen Gästen frequentiert und hatte in seiner Aussage und seinem Angebot keine sich dem Gast erschließende Angebots- bzw. Themenstruktur. Durch den im Jahr 2014 gestarteten Prozess zur grundsätzlichen Qualifizierung und nachhaltigen Sicherung des Tourismus im Nordseebad Dangast verbunden mit der Neuausrichtung werden die Flächen des ehemaligen Kurparks mit einer Appartement Ferienwohnungsanlage bebaut und dadurch rund 700 zusätzliche Betten geschaffen. Damit stehen die bisherigen Flächen nicht mehr als Kurpark zur Verfügung. Ein Kurpark ist allerdings ein verpflichtender Bestandteil für die Prädikatisierung als staatlich anerkanntes Nordseebad. Ohne den Kurpark droht die Aberkennung der Prädikatisierung als Nordseebad.

 

Nach Inbetriebnahme der bereits geschaffenen Angebote komplettiert das Konzept des neuen Seekurparks diesen Ansatz. Der neue Kurpark soll einen direkten Bezug zur Nordsee erhalten. Mit dem Standort direkt und parallel zum Nordseedeich wird der grundsätzliche Bezug hergestellt. Mit der Ausgestaltung von drei Themenflächen innerhalb des Kurparks „Land – Watt – Meer“ werden die „Seethemen“ weiter untermauert, so dass der Gast schon durch die Gestaltung des Geländes spürt, er ist unverwechselbar an der Nordsee. Durch eine direkte Wegeverbindung zur Weltnaturerbepromenade auf dem Nordseedeich, dem Weltnaturerbespielplatz „Wattbuttjer“, dem Weltnaturerbeportal und dem Nordseestrand wird der Seekurpark optimal in das Angebotsnetzwerk des Nordseebades eingebunden, ohne dass der Gast die vorsätzliche Entscheidung getroffen hat, einen Kurpark zu besuchen. Damit wird auch der Seekurpark einem sehr breiten Publikum erschlossen und dient mit seiner Angebotsskala der weiteren Sicherung und Qualifizierung des Übernachtungs- und Tagestourismus im Nordseebad Dangast.

 

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen nach der Kostenschätzung der Kurverwaltung Nordseebad Dangast bzw. des beauftragten Planungsbüros 550.000 Euro netto. Eine erste Projektskizze ist den Vertretern der NBANK und des Nds. Wirtschaftsministeriums in Hannover Anfang November 2016 vorgestellt und von dort befürwortet worden. Die Kurverwaltung hat daraufhin für das Projekt bei der NBANK einen Antrag zur Förderung der touristischen Infrastruktur gestellt. Die Förderquote beträgt 50 %. Eine endgültige Entscheidung von NBANK und Nds. Wirtschaftsministerium liegt noch nicht vor und wird im Februar/März 2017 erwartet. Ohne die Förderung durch das Land Niedersachsen und ergänzend aus Mitteln des Landkreises Friesland kann das Projekt auf Grund der angespannten finanziellen Situation der Stadt Varel nicht realisiert werden. Der Beginn der Maßnahme ist umgehend mit Zusage der Zuschussfinanzierung geplant. Mit den zuständigen Deichbehörden und Naturschutzbehörden wird abgestimmt, ob die Maßnahme auch innerhalb der „Sturmflutsaison“ durchgeführt werden kann. Die Fertigstellung der intensiven Bauarbeiten ist bis Dezember 2017 geplant.

 

Die Finanzierung des Seekurparks Dangast ist wie folgt vorgesehen:

 

Land Niedersachsen – Förderung der touristischen Infrastruktur

(50% der förderfähigen Nettokosten)                                             275.000,00 Euro

Kreiszuschuss Landkreis Friesland 30%                                        82.500,00 Euro

Eigenmittel Stadt Varel                                                                     192.500,00 Euro

 

Gesamtkosten:                                                                                  550.000,00 Euro

 

 

Die Errichtung des Seekurparks im Nordseebad Dangast wird auf der Grundlage der Leitlinien des Kreistages des Landkreises Friesland in der Fassung vom 25.06.2001 für die Gewährung von Zuschüssen für die Errichtung und Erweiterung von Fremdenverkehrseinrichtungen als förderfähig anerkannt.

Die Verwaltung schlägt vor, dem Eigenbetrieb Kurverwaltung Nordseebad Dangast zur Teilfinanzierung der Maßnahme einen Kreiszuschuss in Höhe von 30 % der nicht durch Zuschüsse Dritter gedeckten Kosten = 82.500 Euro, maximal jedoch 20 % der Gesamtkosten = 110.000 Euro zu bewilligen. Die Auszahlung der Mittel erfolgt nach Baufortschritt unter Berücksichtigung der Haushaltslage des Landkreises Friesland.

 

 

Ohne weitergehende Erörterung beschließt der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen wie folgt

 


Abstimmungsergebnis:

einstimmig