TOP Ö 3.2: Zusammenlegung der Kreismedienzentren in Varel

Beschluss: zurück verwiesen an die Fraktionen

Beschluss:

Der TOP wird in die Fraktionen zurückverwiesen.


Die Medienzentren in Jever und Varel sollen durch den Ausschuss für Schule, Sport und Kultur in einer der nächsten Sitzungen in Augenschein genommen werden.



Der Landkreis Friesland hält seit Jahrzehnten für den gesamten Landkreis 2 Kreismedienzentren (vorher Kreisbildstellen) vor. Der Standort Jever ist nicht mehr zeitgemäß in der BBS Jever untergebracht und zuständig für alle Grund- und weiterführenden Schulen der Gemeinden Wangerooge, Wangerland und Sande sowie der Städte Jever und Schortens. Der Standort Varel ist untergebracht in der HRS Varel und zuständig für alle Grund- und weiterführenden Schulen der Gemeinden Bockhorn und Zetel sowie der Stadt Varel.


Im Rahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes wurde bereits im Jahre 2005 eine mögliche Neuorganisation der Kreisbildstellen überprüft. Es wurde angedacht, ein gemeinsames Kreismedienzentrum in Varel in der HRS einzurichten, da dort nach endgültiger Sanierung der Schule ausreichend Räume für das Medienzentrum vorhanden sind. Eine endgültige Entscheidung wurde jedoch noch nicht getroffen. Zunächst sollte der bevorstehende Eintritt in den Ruhestand durch den Leiter des Medienzentrums in Jever - Herr Otto - abgewartet werden. Herr Otto hat inzwischen entschieden, zum 01.02.2008 in den Ruhestand zu treten. Zusätzlich hat sich die Situation durch den Runderlass des MK vom 19.06.2006 "Lehrkräfte als medienpädagogische Beraterinnen und Berater in den kommunalen Medienzentren (Kreis- und Stadtbildstellen) in Niedersachsen" verändert. Nach dem Erlass haben die Lehrkräfte als Beraterinnen und Berater der Schulen in den kommunalen Medienzentren ausschließlich medienpädgogische Aufgaben zu erfüllen. Die Lehrkräfte erhalten für diese Arbeit gewisse Anrechnungsstunden. Der Landkreis Friesland erhält für beide Bildstellen insgesamt 8 Stunden. Der Erlass trat am 01.08.2006 in Kraft. Für eine Übergangszeit bis zum 01.02.2007 wurden die bisherigen 20 Anrechnungsstunden für beide Medienzentren weitergewährt. Ab 01.02.2007 erhalten beide Bildstellen jedoch nur je 4 Stunden. Durch die angekündigte Versetzung in den Ruhestand erhält das Medienzentrum in Varel ab 01.08.2007 die vorgesehenen 8 Stunden.


Bei einer möglichen Zusammenlegung der beiden Medienzentren sei eine Kostenreduzierung zu erzielen. Andererseits müsse gewährleistet sein, dass die Schulen auch im Nordkreis ihre Medien vor Ort erhalten können. Angedacht sei, einen Transportdienst von Varel nach Jever bzw. Schortens oder Hohenkirchen einzurichten. Die Medien könnten dort an noch näher zu bezeichnenden Stellen abgeholt bzw. zurückgebracht werden. Die Bestellung der Medien kann telef. bzw. per E-Mail aufgegeben werden. Entsprechende Medienverzeichnisse können vorher per Internet eingesehen werden. Die Entleihe kann damit sichergestellt werden. Ein Nachteil sei faktisch somit nicht gegeben.


Der gesamte Haushaltsansatz des bisherigen Medienzentrums Jever mit 40.900 € kann jedoch nicht eingespart werden.


Folgende Kosten werden aufzufangen sein:


a) Transportkosten der Medien per Taxi, jährlich ca. 3.000 €

b) Beschaffung von Aufbewahrungs- und Transportkästen ca. 1.400 €

c) Beschaffung von sonstigem Inventar und Gerät ca. 5.000 €

d) Zusätzliche Lohnkosten für eine/n Mitarbeiterin/Mitarbeiter
für ca. 15 Wochenstunden ca. 14.000 €
e) Ersatzbeschaffung von Filmen etc. ca. 2.500 €

25.900 €
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Rein rechnerisch wäre damit eine jährliche Einsparung von mindestens 15.400 € möglich.


Herr Niemand erläuterte o. a. Vorlage.


Er wies darauf hin, dass dem Landkreis Friesland eine Unterschriftenliste vorliegen würde, in der sich 190 Personen gegen eine Schließung des Medienzentrums Jever ausgeprochen hätten. Offenbar seien die Personen jedoch nur einseitig informiert.


In der sich anschließenden Diskussion wurde u. a. vorgeschlagen, diesen TOP in den Fraktionen zu beraten, da die zu erwartende jährliche Einsparung von ca. 15.000 € nicht so hoch ausgefallen sei, wie man sie im Rahmen der Beratungen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes erwartet hätte.


Es müsse geprüft werden, inwieweit man diese Einsparung bei Beibehaltung des Medienzentrums Jever erreichen könne. Das Personal des Medienzentrums Varel könne auch beim Medienzentrum Jever eingesetzt werden.

EKR Wehnemann gibt zu Bedenken, dass die Einsparung mindestens 20.000 € betrage, weil in den Kosten anteilig auch einmalige Kosten veranschlagt seien. Letztendlich sei kein Qualitätsverlust zu erwarten. Im Gegenteil, durch die Reduzierung der Beratungsstunden sei eine optimale Beratung auch von einem Standort möglich.


Herr Ambrosy wies darauf hin, dass das Medienzentrum in der HS/RS Varel gut ausgebaut sei. Generell sei jedoch zu beachten, dass die Verleihzahlen stark zurückgegangen seien. Dieser Rückgang sei auch auf ein Herunterladen von Medien aus dem Internet zurückzuführen. Diese legale Möglichkeit würde in den nächsten Jahren verstärkt genutzt, so dass sich in den Schulen dezentrale Strukturen ("kleine Medienzentren") aufbauen würden. Würde man das Medienzentrum Jever nicht auflösen, würden sich zukünftig zwei Standorte mit unterschiedlicher Qualität entwicklen. Dann wäre auch der Standort Jever auf die Qualität des Medienzentrums Varel anzuheben. Mehrkosten seien die Folge.


Jede Schule könne im Übrigen aus ihrem grundsätzlich frei zur Verfügung stehenden Schulbudget Medien kaufen.


Herr Beier ergänzte, dass gemäß dem Runderlass des MK vom 19.06.2006 "Lehrkräfte als medienpädagogische Beraterinnen und Berater in kommunalen Medienzentren in Niedersachsen" Frau Lewerenz als Leiterin des Medienzentrums in Varel zukünftig insgesamt nur noch 8 Stunden für die medienpädagogische Beratung zur Verfügung stehen würden. Mit 8 Stunden könnten nicht zwei Standorte zufriedenstellend für die Nutzer bedient werden.




einstimmig