TOP Ö 11: Anfrage und Anregung für Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen vom 18.12.2006 durch Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Friesland

Beschluss: zur Kenntnis genommen



Herr Kreistagsabgeordneter Gustav Zielke hat mit Datum vom 18. Dezember 2006 eine Anfrage und Anregung an den Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen gestellt. Diese Anfrage konnte aus Zeitgründen bisher nicht behandelt werden und ist daher auf die Ausschusssitzung am 11. Juni 2006 vertagt worden.


Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt:


  1. Internetseite:


Es ist sicherlich die Seite www.friesland.de gemeint; dort klickt man bekanntermaßen auf den Button „Wirtschaft und Verkehr“ und erhält dann Links zu Organisationen und Förderprogrammen zum Thema Existenzgründung.


Dort bereits konkrete Erstinformationen zu geben, welche Unterstützungsmöglichkeiten ein Gründer oder eine Gründerin hat, wird aus der Sicht der Verwaltung für nicht notwendig erachtetet, da es zu dem Thema eine Fülle von Informationen gibt.


Gibt man bspw. das Wort Existenzgründung in Google ein, so erhält man ca. 2,4 Mio. deutsche Verlinkungen zu diesem Thema. An oberster Stelle natürlich von Bund und Ländern und das ist sehr verständlich und übersichtlich.



  1. Wie viele Unternehmen haben wir unterstützt?


Hier ist auf die Inanspruchnahme des Kreiswirtschaftsförderungsprogramms zu verweisen. Danach wurden beispielsweise von 1995 - 2000 insgesamt 209 Unternehmen gefördert und dabei 360.000,00 € aus Kreismitteln zur Verfügung gestellt.


Mit Beginn des aktuellen Förderprogramms in 2000 wurden bis heute 119 Unternehmen gefördert. Seitens des Landkreises und der Standortgemeinden wurden dabei 500.000,00 € kommunale Mittel bereitgestellt.


Bei allen Unternehmen handelt es sich um Kleinstunternehmen von bis zu 20 Mitarbeitern.



  1. Wirtschaftsförderung und Gründerberatung innerhalb der ersten 3 Jahre:


Da dieses Geschäft insgesamt sehr zeitaufwendig ist, haben sich WTM, WHV und FRI in 1997 entschlossen, diesen Aufgabenbereich an die Existenzgründungs- und -erhaltungsinitiative (EWFW) abzugeben. Dort haben SeniorExperten nach einer intensiven Erstberatung als Coaches zur Verfügung gestanden.


Die EWFW, die zum Jahresende 2006 aufgelöst wird, hat in dieser Zeit 1136 Betreuungsgespräche geführt. 154 Unternehmen, alles Kleinstunternehmen, wurden gegründet. 45 bestehende Unternehmen konnten vor dem Aus gerettet und somit gesichert werden. Dabei wurde mitgeholfen, 483 Arbeitsplätze zu schaffen oder zu sichern.


Durchschnittlich haben die Coaches 10 Stunden mit den Gründern und 20 Stunden mit den bestehenden Unternehmen zusammengearbeitet, was noch einmal unterlegt, dass das aus der Wirtschaftsförderung der Verwaltung heraus nicht geleistet werden kann. Hier werden lediglich grob strukturierte Einzelgespräche geführt (Steuern, Versicherungen, Finanzierungsmöglichkeiten, Fristen, Gebühren, etc.)


Bei den gegründeten Unternehmen wurde immer wieder ein kontinuierliches Coaching angeboten. Dieses ist jedoch so gut wie nie in Anspruch genommen worden. Die Gründe dafür sind:


  1. Der Gründer/die Gründerin hat keine Zeit und kein Geld dafür

  2. Steuerberater und Banker diktieren ins Unternehmen und sind oft auch Ansprechpartner

  3. Verwaltungen, Initiativen, Kammern sind oft erst dann Ansprechpartner, wenn es kurz vor dem Aus steht mit dem Unternehmen.


Bund, Land und auch die BA haben jedoch für das Coaching Förderprogramme und bieten für die Zeit nach der Gründung eine Förderung der Beratungsleistungen an.


Informationen zu den Förderprogrammen erhält man unter folgenden Internetadressen:


  1. Bezuschussung der Unternehmensberatung durch den Bund: www.bafa.de

  2. Bezuschussung durch das Land Nds.: www.nbank.de

  3. Bezuschussung durch die BA: www.arbeitsagentur.de


Zu den Kosten ist zu sagen, dass lediglich die BA die Beratungsaufwendungen im bestimmten Rahmen bis zu 100% übernimmt. In den anderen Fällen hat das Unternehmen die Kosten zur Hälfte zu tragen.


In Bezug auf die Anfrage durch Herrn Zielke wurde mit dem einen oder anderen Berater aus der Region Rücksprache gehalten. Von dort wurde bestätigt, dass kaum ein Betrieb diesen Bereich von sich aus nachfragt. Meistens wird der Berater auf Wunsch der Hausbank des Unternehmens tätig und meistens dann, wenn das Rating des Unternehmens Anlass zur Sorge gibt.


Ab spätestens 2008 ist beabsichtigt, dass Thema Existenzgründung und -erhaltung für die Region neu strukturiert aufzustellen. Diesbezüglich wird derzeit an Konzepten gearbeitet, eine Anlaufstelle aufzubauen, die im Netzwerk unterstützt agiert und so den Fokus aller Anfragenden auf sich richtet.


In der Zwischenzeit soll die Aufgabe - so gut es geht - durch die Wirtschaftsförderungen in FRI und WHV wahrgenommen werden.



Kreistagsabgeordneter Zielke bedankte sich für die ausführliche Beantwortung seiner Fragen durch die Wirtschaftsförderung. Es blieben jedoch noch einige Fragen offen, die er gern ebenfalls beantwortet hätte. Diese Fragen habe er bereits schriftlich ausgearbeitet (siehe Anlage – Anfrage GRÜNE vom 10.06.2007). Eine Beantwortung durch die Wirtschaftsförderung werde in Kürze erfolgen.


Der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen nahm die Ausführungen zur Kenntnis.