TOP Ö 3.2.1: Bildungsregion Friesland,

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Abstimmung: Ja: 11

Beschluss:

Zu a)
Im Rahmen der Entwicklung eines flächendeckenden Qualitätsmanagements in den Kindertagesstätten ist es wünschenswert insbesondere auch die Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses in Kindergärten und Grundschulen weiterzuentwickeln. Als Pate kann dabei das Modellprojekt „Bückenjahr“ des Nds. Kultusministeriums stehen, das schon jetzt erfolgreich in drei Kindergärten in Friesland eingeführt worden ist.

Zu b)
Der Sachstandsbericht zum Regionalen Übergangsmanagement wird zustimmend zu Kenntnis genommen.



In der letzten Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur hat die Verwaltung zum Thema „Bildungsregion Friesland“ eine Zwischenbilanz gezogen und einen Ausblick gegeben. Schwerpunkt bei der Gestaltung sind dabei die Übergänge von Kindestagesstätte in die Grundschule und Schule in den Beruf.


Herr Wehnemann führt mit einer Präsentation zur Bildungsregion Friesland in die Thematik ein (Anlage 2 - Bildungsregion).

a) Brückenjahr

hier: Entwicklung eines gemeinsames Bildungsverständnisses im Kindergarten
und Grundschule und (Anlage 3 - Brückenjahr)

b) Regionales Übergangsmanagement Wilhelmshaven-Friesland;
hier: Übergang Schule/Beruf (Berufsorientierung) (Anlage 4 - RÜM)

Zu a)
Mit dem Programm „Das letzte Kindergartenjahr als Brückenjahr zur Grundschule“ stärkt das Land Niedersachsen die Bildungs- und die Erziehungsarbeit in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen und leistet einen Beitrag zur Anschlussfähigkeit der beiden Bildungsbereiche. Das Programm „Brückenjahr“ hat im August 2007 begonnen und wird für vier Jahre gefördert.

Im Modellzeitraum 2007 bis 2009 haben aus dem Landkreis Friesland fünf Kindergärten und zwei Grundschulen teilgenommen. Im Modellzeitraum 2009 bis 2011 nehmen drei Kindergärten und zwei Grundschulen teil.

Ziel der Kooperationsprojekte im Brückenjahr ist es, die im Elternhaus begonnenen Bildungsprozesse in der Kindertagesstätte und nachfolgend in der Grundschule ohne institutionale Brüche und in enger Partnerschaft aller Beteiligten fortzuführen.


Der niedersächsische Orientierungsplan für die Kindertagesstätteneinrichtungen beschreibt die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertageseinrichtungen und konkretisiert den im Kinder- und Jugendhilfegesetz beschriebenen Auftrag einer umfassenden, frühen Förderung von Kindern. Das Nds. Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (KiTaG) fordert Tageseinrichtungen zur Zusammenarbeit mit Grundschulen auf.


Das Nds. Schulgesetz (NSchG) macht die Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule verbindlich. Inhalte und Form der Zusammenarbeit werden im Erlass „Die Arbeit in der Grundschule“ beschrieben.


Das Programm „Brückenjahr“ verfolgt das Ziel, die pädagogische Arbeit im Kindergarten und Grundschule stärker zu verzahnen und die frühe Bildung von Kindern zu der von Kultusminister- und Jugendministerkonferenz geforderten gemeinsamen Aufgabe von sozialpädagogischen Fachkräften und Grundschullehrkräften zu machen.


Einen Ansatz für eine flächendeckende Ausdehnung sieht der Landkreis in der Fortbildungsreihe für die Fachkräfte in dem Elementar- und im Primarbereich, bei dem diese gemeinsam fortgebildet werden und dem vom Fachbereich Jugend und Familie eingeleiteten Qualitätsentwicklungsprozess in den Kindertagesstätten.


Zu dem Thema Zusammenarbeit zwischen Schulen gem. § 25 Nds. Schulgesetz findet am 08.03.2010 eine erste Sitzung statt, in der über das weitere Vorgehen beraten werden soll. Zudem findet am 10.03.2010 mit den Städten und Gemeinden als Rechtsträger der kommunalen Tageseinrichtungen für Kinder sowie den Leitungskräften der Einrichtungen ein Abstimmungsprozess statt, der zunächst festlegen wird, welche Qualitätskriterien in den Kindertageseinrichtungen vorhanden sind und um Stolpersteine zu benennen, damit ggf. Veränderungsmaßnahmen eingeleitet werden können.


Zu b)

Vielen Jugendlichen gelingt der Übergang von der Schule in Ausbildung nicht oder nur auf Umwegen. Bislang bleiben 15 % der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren in der Bundesrepublik ohne Berufsabschluss. Jeder vierte Hauptschulabsolvent mündet in ein berufsvorbereitendes Lehrangebot ein, und etwa ein Fünftel aller Schulabgänger mit Haupt- und Realschulabschluss treten im Übergang „Maßnahmekarrieren“ an.


Ob Jugendliche einen für sie geeigneten Ausbildungsplatz erhalten und ob Betriebe die benötigten Fachkräfte finden, hängt wesentlich im Zusammenspiel der Akteure auf kommunaler Ebene ab. Im Auftrag der Stadt Wilhelmshaven und des Landkreises Friesland führt die Volkshochschule Wilhelmshaven seit 2008 ein regionales Übergangsmanagement an die Schwelle von der Schule in die Ausbildung ein. Bis 2012 sollen kommunale Gestaltungsmöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen den verschiedenen Institutionen genutzt, die Rahmenbedingungen für den Übergang von Risikioschülerinnen und -schülern verbessert und die geschaffenen Strukturen verstetigt werden. Das RÜM wird als Initiative im Projekt „Perspektive Berufsabschluss“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Für weitere Einzelheiten wird auf die Web-Adresse www.Berufseinstieg-Wilhelmshaven-Friesland.de verwiesen.


In der Sitzung wird der Projektleiter, Herrn Sven Pieper, einen Bericht über die bisherigen Aktivitäten und die anstehende Schulabgängerbefragung zum Stand der Berufsorientierung im Rahmen der Erstellung eines Berufsintegrationsberichts als regionale Planungsgrundlage für den Landkreis Friesland geben.