Erweiterung der mobilen Problemstoffsammlung

Betreff
Erweiterung der mobilen Problemstoffsammlung
Vorlage
0112/2017
Art
Vorlage

Begründung:

Im Kreisgebiet können die privaten Haushalte Problemstoffe (= gefährliche Abfälle), wie z.B. Farben, Lacke, Chemikalien, Altmedikamente und auch Elektrokleingeräte über die mobile Problemstoffsammlung (ProSa) einmal im Jahr dezentral an 20 Standorten abgeben. Zusätzlich wurden noch Fachbetriebe angeworben, die das ganze Jahr über Schadstoffe annehmen, z.B. Farbgeschäfte nehmen Farben an, Elektrogeschäfte Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen usw. Daneben besteht ganzjährig die Möglichkeit, jeden Samstag beim Abfallwirtschaftszentrum in  Wiefels und jeden ersten Samstag auf dem Wertstoffhof in Varel die Problemstoffe abzugeben.

Aus der Abfallanalyse 2016 (März + Aug./Sept. 2016) ging u.a. hervor, dass sich im Restabfall Elektroaltgeräte und Sonderabfälle in nicht unerheblichen Mengen befinden.

 

Bevölkerung: 97.900  (Stand: 31.12.2015)

Kreisdurchschnitt

pro Einwohner

Ländlich

pro Einwohner

Hochgerechnet

pro Jahr

Elektroaltgeräte

2,199 kg/a

4,092 kg/a

215,3 t/a

Sonderabfälle

Batterien

0,005 kg/a

0,005 kg/a

0,5 t/a

Medikamente

0,129 kg/a

0,134 kg/a

12,6 t/a

Sonstige

0,181 kg/a

0,418 kg/a

17,7 t/a

Quelle: Sortieranalyse Hochrechnung aus beiden Sortierkampagnen Tab 6-4

 

Bei Elektrogeräten gibt es zwar seit Juni 2016 eine Rücknahmeverpflichtung, aber erst für Verkaufsstellen ab 400 m² Verkaufsfläche. In der 2. Kampagne im September 2016 waren im Schnitt nur 0,35 kg (2,324 kg zu 2,074 kg) weniger E-Geräte im Restabfall. Im ländlichen Bereich stieg die Menge je Einwohner sogar von 4,025 kg auf 4,159 kg. Generell besteht ein Verbot der Entsorgung von Elektrogeräten über den Restabfall. Freigesetzte Wirkstoffe können so über die Kläranlage ins Grundwasser gelangen[1].                                                                                                                                                                                                                        

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

Die Rücknahme von Altmedikamenten wurde zeitweilig freiwillig von Apotheken geleistet. Seitdem die Entsorgung nur gegen Kostenerstattung stattfindet, nehmen die meisten Apotheken keine Altmedikamente mehr entgegen. Dieses Rücknahmesystem wurde zum 01.01.2017 eingestellt.
Altmedikamente sind über die mechanisch-biologische Abfallbehandlung nicht sicher zu vernichten. Hinzu kommt noch eine unbekannte Menge Wirkstoffe aus Altmedikamenten, die direkt über das Abwasser entsorgt werden.
Altmedikamente sind zwar nicht als gefährlicher Abfall eingestuft, jedoch finden sich Medikamentenbestandteile nachweislich im Grundwasser. Hinzu kommt ein zurzeit nicht abschätzbarer Einfluss auf die Biologie der Vergärung, falls z. B. mal größere Mengen Antibiotika im Restabfall entsorgt werden.

Parallel wurde mit dem Zweckverband die Beschwerde über Wartezeiten am Samstag bei der Abgabe von Problemstoffen besprochen. Aktuell müssen sich die Anlieferer, die nur Problemstoffe abgeben wollen, mit in die Warteschlange aller Anlieferer einreihen. Bei einer als Alternative erwägten, räumlichen Trennung der Abgabeorte  müssten sich  Anlieferer, die Abfälle und Sonderabfälle abgeben wollen, ein zweites Mal anstellen.

Diese Mengen bzw. auch eine Entlastung der Annahmestelle Wiefels kann man vermutlich nur über eine Vereinfachung der Abgabe in Form einer häufigeren Erfassung in der Fläche in den Griff bekommen.

Hierzu wurden mit dem Auftragnehmer zur Problemstoffsammlung (Fa. Nehlsen) Gespräche geführt. Generell ist es möglich die Sammlung zu erweitern. Etwa in Anlehnung an der im Landkreis Wittmund betriebenen Systematik mit kürzeren aber häufigeren Terminen.

Hierbei werden mehrere kürzere Termine pro Sammeltag durchgeführt. So würden aus 7 Sammeltagen 4 neue Sammeltouren entstehen. Diese würden 3 bis 4 Mal angeboten werden, also insgesamt 12 oder 16 Termine (Bsp. Anlage 1).
Sobald sich die Termine eingespielt haben, können ggf. auch weitere Gebiete erschlossen werden. Hier könnten einzelne Termine wieder auf 2 Mal pro Jahr oder zeitlich reduziert werden. Die frei werdenden Zeiten ließen sich auf neue Abgabeorte verteilen.

 

 

Sammlung 2017

1 Tour

(7 Termine)

Neu (Alt.)

3 Touren

(12 Termine)

Neu

4 Touren

(16 Termine)

Kosten pro Jahr

 

 

      22.125,12 €

  26.077,32 €

   29.239,08 €

inkl. MwSt

 

 

      26.328,89 €

  31.032,01 €

   34.794,51 €

Mehrkosten

 

 

 

4.703,12 €

8.465,62 €

 

Zusammenfassung:

Die Anzahl der  Sammelstellen für Problemstoffe im Kreisgebiet bleibt unverändert bei 20. Diese Sammelstellen werden künftig statt wie bisher einmal jährlich nunmehr 4-mal im Jahr in Form der mobilen Problemstoffsammlung angefahren.

Die bisherigen Regelungen für die ständigen Sammelstellen, dem AWZ Wiefels und dem Wertstoffhof Varel, bleiben unverändert.

 



[1] Quelle: Sortieranalyse Hochrechnung aus Sortierkampagnen Tab 6-13 u. 6-22

Beschlussvorschlag:

Die mobile Schadstoffsammlung erfolgt künftig 4-mal im Jahr mit jeweils 4 Touren.

Finanzielle Auswirkungen:       Ja      Nein

Gesamtkosten der Maßnahmen (ohne Folgekosten)

Direkte jährliche

Folgekosten

 Finanzierung:

  Eigenanteil                objektbezogene Einnahmen

Sonstige einmalige oder jährliche laufende Haushaltsauswirkungen

€ 34.794,51

€ 34.794,51

€ XXXX

€ XXXX

€ XXXX

Erfolgte Veranschlagung:      Ja, mit    84.000,00       Nein

im   Ergebnishaushalt    Finanzhaushalt    Produkt- bzw. Investitionsobjekt: P1.05.53.537030.040

Vorlage betrifft die demografische Entwicklung:            ja             nein

Falls ja, in welcher Art: XXXX

Vorlage bezieht sich auf

XXXX

MEZ     Nr. 4

Titel:

HSP     Nr  4.3

Titel: Weiterentwicklung Abfallwirtschaft

 

 

 

 

Sachbearbeiter/in                Fachbereichsleiter/in

Sichtvermerke:

 

 

  Abteilungsleiter/in               Kämmerei                              Landrat

Abstimmungsergebnis:

Fachausschuss

einstimmig 

Ja:

Nein:

Enth.:

Kts. gen.:  

abw.  Beschl.   

Kreisausschuss

einstimmig 

Ja:

Nein:

Enth.:

Kts. gen.:  

abw.  Beschl.   

Kreistag

einstimmig 

Ja:

Nein:

Enth.:

Kts. gen.:  

abw.  Beschl.   

 

Anlage(n):

Beispiel Tourenplan