Prüfauftrag zur Einrichtung eines Ausbildungsbüros Schule - Beruf, hier: Antrag "Die Linke/Kreisverband Friesland" vom 19.06.2008

Betreff
Prüfauftrag zur Einrichtung eines Ausbildungsbüros Schule - Beruf, hier: Antrag "Die Linke/Kreisverband Friesland" vom 19.06.2008
Vorlage
341/2008
Art
Vorlage

Begründung:

Die Aufgabe, die Jugendlichen aus der Region rechtzeitig über Berufe, Schullaufbahnen, Berufschancen, etc. zu informieren, ist gesetzlich geregelt und ist Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter, Berufsschulen und Kammern. Weitere Institutionen machen ergänzende Angebote.


Zu nennen sind in diesem Zusammenhang u. a.:


  • die Ausbildungsinitiative des Landkreises, die versucht, alle ausscheidenden Schülerinnen und Schüler, die noch keine Ausbildungsstelle erlangen konnten, eine solche zu vermitteln. Das Verfahren im Rahmen eines Bildungsberichtes des Landkreises Friesland wird zur Zeit verfeinert.

  • Die Agentur für Arbeit berät Schülerinnen und Schüler der Allgemeinbildenden Schulen und der BBS`en zu bestimmten Terminen über ihre beruflichen Möglichkeiten und deren schulische und sonstigen Voraussetzungen. Es werden ausbildungsbegleitende Hilfen und Umschulungshilfen gewährt.

  • Das Job-Center berät Leistungsempfänger gemäß dem „Hartz-IV-Gesetz“.

  • Ausbildungsbetriebe in Friesland helfen Schülerinnen und Schüler bei ihrer beruflichen Orientierung. Dies geschieht vor allem durch Praktika, zusätzlich aber auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

  • Beratungslehrer beraten an den Allgemeinbildenden Schulen.

  • Es finden Berufsinformationsabende an den BBS ´en statt. Zudem gibt es fortlaufende Betreuung und Beratung durch Lehrkräfte, die bei Bedarf inner- und außerschulische Hilfen vermitteln.

  • Die Berufsbildende Schule Jever ist Leitstelle der „Region des Lernens“ für den Bereich Friesland.

  • In Varel gibt es das so genannte Qualifizierungsnetzwerk, dass sich speziell um diese Thematik kümmert.


Der Landkreis Friesland hat vor rund 2 Jahren aufgrund politischer Vorgaben einen „Runden Tisch“ zur beruflichen Aus- und Fortbildung gegründet. Mitglieder sind die örtlichen Akteure aus Wilhelmshaven und Friesland (Stadt Wilhelmshaven, Landkreis Friesland, Agentur für Arbeit, Kammern, Wirtschaftsverbände, Berufsschulen, usw.). Ziel war und ist es, eine bessere Abstimmung interner und externer Prozesse verschiedener regionaler Institutionen zur Verbesserung des Übergangs in die Berufsausbildung, Verbesserung der Struktur der benachteiligten Förderung, Steigerung der Ausbildungsbeteiligung von Migranten, Knüpfung des individuellen Förder- und Unterstützungsbedarfs der Jugendlichen, sozialpädagogische Förderung zu schaffen.


Dazu hat sich der Runde Tisch beim ESF-Bundesprogramm „Perspektive Berufsabschluss“; hier: Förderinitiative 1 – Regionales Übergangsmanagement“ beworben. Träger ist die Volkshochschule Wilhelmshaven, die den Projektzuschlag erhalten hat. Die Projektlaufzeit ist vom 01.04.2008 bis 31.12.2012. Dem Landkreis Friesland entstehen keine Kosten. Das Koordinierungsbüro würde in Wilhelmshaven eingerichtet. Im Rahmen des Übergangsmanagement ist unter anderem folgendes vorgesehen:


  • Übergangsmonitoring / kontinuierliches Berichtswesen über alle Bewerber/innen,

  • standardisierte Übergabeverfahren und optimierte Beratungsverläufe,

  • Systematisierung des verfügbaren Spektrums von Förder- und Unterstützungsangeboten,

  • frühzeitige Berufsorientierung,

  • systematisches Verfolgen problematischer Bildungsverläufe,

  • frühzeitiger Förder- und Berufswegeplanung / Sicherung von Anschlüssen / Intensivierung der Elternarbeit


Darüber hinaus haben sich der Landkreis Friesland, die Stadt Wilhelmshaven sowie die Bundesagentur für Arbeit Wilhelmshaven verständigt, künftig durch einen Lenkungsausschuss dieser 3 Institutionen einschließlich der Kammern und des AWV die strategische Zielfindung für eine Verbesserung der Ausbildungsstruktur in der Region zu beraten und festzulegen. Zudem sollen Projekte initiiert werden, die bestimmte Kompetenzen bei jungen Erwachsenen ausbauen und festigen. Der Lenkungsausschuss will sich dabei insbesondere der Kompetenzen des Runden Tisches bedienen.


Auf der Arbeitsebene wird sich zudem die BA Wilhelmshaven einbringen. Sie sieht insbesondere bei der Berufsorientierung einen entscheidenden Ansatz, aber auch vielfältige Initiativen und Projekte in der Region.


Außerdem wurde das Kooperationsprojekt „Zukunft Nordwest“ gestartet. Das Projekt ist ein Strukturprogramm zur Verbesserung der Ausbildungssituation in Wilhelmshaven und Friesland. Kooperationspartner sind das Bildungsnetzwerk der Nds. Wirtschaft GmbH und der Allgemeine Wirtschaftsverband. Das Projektziel ist die Aktivierung und Sensibilisierung aller in der Region tätigen Betriebe und Zielbranchen auf ihre tatsächlichen ungeplanten Ausbildungskapazitäten zur Sicherung des Fachkräftebedarfs der Region. Projektbeginn war Februar 2008. Hierzu ist auch von der Stadt Wilhelmshaven und dem Landkreis Friesland eine Bedarfsanalyse in Auftrag gegeben worden. Abschließend ist auf die Ausführungen in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen vom 31.03.2008 verwiesen.


Da das Thema Ausbildung und Qualifizierung auch ein Schwerpunktthema des im Aufbau befindlichen Regionalmanagements ist, soll interkommunal über diese Schiene eine weitere inhaltliche auch auch finanzielle Begleitung und Stützung erfolgen.

Beschlussvorschlag:


Es wird vorgeschlagen, den Antrag zur Kenntnis zu nehmen. Eine weitere Beratung ist nicht erforderlich, da aufgrund früherer Beschlüsse in den Kreisgremien bereits eine inhaltliche Umsetzung stattfindet. Die Gremien werden über den weiteren Verlauf informiert.

Finanzielle Auswirkungen: Ja Nein X

Gesamtkosten der Maßnahmen (ohne Folgekosten)

Direkte jährliche Folgekosten

Finanzierung:


Eigenanteil

objektbezogene Einnahmen



Sonstige einmalige oder jährliche laufende Haushaltsauswirkungen


Erfolgte Veranschlagung:Ja, mit € Nein

im Verwaltungshaushalt Vermögenshaushalt Haushaltsstelle:


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Sachbearbeiter/in Fachbereichsleiter/in

Sichtvermerke:

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Abteilungsleiter Kämmerei Landrat

Beratungsergebnis:

Einstimmig

Ja-Stimmen



Nein-Stimmen



Enthaltungen



Kenntnisnahme

Lt. Beschluss­vorschlag

Abweichender Beschluss